Saturday, 17. october 2009 6 17 /10 /Okt. /2009 09:26

Darwin – die heißeste Stadt Australiens

 

Da unsere Tour in Darwin endete, wollten wir uns hier noch ein paar Tage Zeit nehmen um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Doch zunächst verbrachten wir unsere erste Nacht in etwas ungewohnt weichen, einem Bett!

Am nächsten Morgen hieß es dann erst einmal mit Sack und Pack umziehen, denn das Hostelleben hatte uns wieder. Bei geschätzten 32°C Außentemperatur (um 10 Uhr Vormittags, und das im Winter!) wurde der 1½  Km lange Marsch zu einer wirklich schweißtreibenden Angelegenheit.

Da das Wetter für die nächsten Tage keine wirkliche Abkühlung versprach, holten wir uns diese im Hauseigenen Pool, bevor wir zu einem ersten Stadtrundgang aufbrechen wollten. Leider hat Darwin außer Hitze nicht sehr viel zu bieten. Oder besser gesagt, es hat sicherlich einiges zu bieten, aber aufgrund der Wärme schien alles was weiter als 2 Km von unserem Hostel entfernt war unmöglich zu erreichen ohne an Dehydration zu verenden. So war unser erster Ausflug nach ein paar Stunden auch schon wieder beendet und wir zogen uns in unser (zum Glück) klimatisiertes Zimmer zurück. Immerhin versprach der Abend Abwechslung. Denn jeden Donnerstag findet der scheinbar doch recht bekannte „Mindil Beach Sunset Market“ statt. Hier sollte es möglich sein, sein Abendessen aus einem Angebot von über 30 Nationen zu wählen und dieses später bei einem wunderschönen Sonnenuntergang zu verspeisen. Da wir während der Tour was Sonnenuntergänge angeht etwas abgestumpft wurden, haben wir uns dann Hauptsächlich auf die Kulinarischen Vorzüge des Marktes konzentriert.

Zwei Tage sollten uns noch verbleiben, und während Tina und Martin (J.) es nochmals mit einem Stadtrundgang versuchten, blieb Matze, den eine Erkältung dahingerafft hatte, im Zimmer zurück. Er vertritt bis heute die Meinung, dass es in der Höll nicht heißer sein könnte als in dieser Stadt!

Für die letzten Abende entschlossen wir uns dann es den Einheimischen gleich zu tun und uns in den gut klimatisierten und sehr gut gefühlten Pub´s aufzuhalten.


Wer immer noch denkt das die Australier das ruhige und ausgeglichene Volk sind, als das sie sich selbst gern sehen, sollte einmal einen Pub besuchen in dem gerade eine Live-Übertragung ihres Lieblingssportes „Rugby“ läuft. Oder war es „Aussi Rules“, oder vielleicht doch „Foody“. In Australien gibt es drei favorisierte Sportarten, die sich allerdings nur in Kleinigkeiten unterscheiden. Für Außenstehende (wie uns) scheint es beinnahe unmöglich diese auszumachen.   Matze hat mal den Fehler gemacht einen Einheimischen Sportbegeisterten nach diesen Unterschieden zu fragen. Was er bekommen hat war ein annährend eine Stunde dauernden Vortrag und die Erkenntnis das jeder Sport bei dem kein Blut zu sehen ist langweilig ist. Aber wir schweifen ab…


Auf jeden Fall spielte an diesen Abend die Australische Nationalmannschaft gegen irgend so ein ausländisches Team in irgendeinen Wettkampf in einer der drei erwähnten Sportarten. Und obwohl die Australische Auswahl gehörig die Hucke voll bekommen hat, war die Stimmung ausgelassener als bei jedem öffentlich ausgestrahlten Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft. Die Erkenntnis die uns blieb war, dass die Zuschauer manchmal viel interessanter sein können als das Spiel selbst… Nach 2 Tagen Darwin verließen wir auch schon wieder die Hauptstadt des Northern Territory um uns in Richtung New South Wales zu begeben. Dort wollten wir mit Martin seine letzten Tage in Australien verbringen. Wieder war es eine Jetstar-Maschine die uns wohl behalten die ca. 5000 KM bis nach Sydney brachte. Dank einer träumerischen und zahllos überforderten Stewardess, musste selbst Martin der ca. 20 KG Übergepäck hatte keinen Cent mehr bezahlen. 

 

Schlaflos in Sydney

 

Stellte diese Stadt für uns das erste Mal, dass Tor zu Australien dar, hatten wir mittlerweile schon eine ganze Menge gesehen und erlebt. Jedoch war es ein schönes Gefühl wieder dort zu sein, immerhin ist Sydney die wohl schönste Großstadt die wir bisher gesehen haben.

Die nächsten Tage verbrachten wir hauptsächlich mit Sightseeing, shoppen, fotografieren und natürlich faulenzen. Nachdem ein Besuch der Oper auf dem Programm stand, erzählte uns die nette und engagierte  Empfangsdame, dass es für die laufende Vorstellung - die Romeo und Julia Oper - ein besonders Special gibt. Eine geführte Tour durch das Weltberühmte Opernhaus und das Gesangsspiel für einen wirklich günstigen Preis.

Da überlegten wir natürlich nicht lange und waren uns einig diese einmalige Gelegenheit in Anspruch zu nehmen. Als besonderen Leckerbissen wurden wir dann auf Plätze die normaler Weise 250 Dollar (höherklassige gab es nicht) kosten, für lediglich 50 Dollar gesetzt.

Nun war natürlich das Thema der passenden Abendgarderobe zu klären, denn außer Martin der sich in den USA mit weiß Gott wie vielen Sachen eingedeckte hatte, gab unser bescheidener Backpacker-Rucksack natürlich nicht so viel her. Nach einigem Hin-& Her überlegen, entschieden wir uns jedoch nur das Beste aus unserem Köfferchen zu nehmen und uns nicht noch mal neu einzudecken. Bis auf die Turnschuhe war unser Outfit auch gar nicht so schlecht, aber die sieht ja eh keiner im Dunkeln…

Da saßen wir also. Drei Backpacker umringt von dem am besten gekleideten Publikum das in Sydney aufzutreiben war. Und während der Saal sich langsam füllte beschäftigte uns nur eine Frage: „Müsste es nicht langsam mal dunkel werden?“.   Das dass Schauspiel uns Eventuell enttäuschen könnte stand für uns von vornherein außer Frage. Wann sieht man schließlich schon mal ein Stück in der Oper von Sydney. Das einzige was anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war, war  die Tatsache das sowohl Julia, als auch Romeo von weiblichen Darstellern gespielt wurden. Aber nachdem man das nach einer guten viertel Stunde auch verstanden hatte konnte man sich entspannt zurücklehnen.  Da es eine Oper im italienischen Original war, konnten wir dank Englischem „Übertitel“ auch ziemlich viel verstehen.

 

Leider wurden wir auch in Sydney nicht von dem Thema Krank sein verschont. Plagte sich Matze schon seit Darwin mit einem Handfesten Schnupfen rum (er möchte übrigens anmerken das fliegen mit diesem überhaupt keinen Spaß macht), tat es ihm Tina hier gleich. Als Matzes Bakterien schließlich zu einer Grippe mutierten war es um unseren Schlaf geschehen und wir schlugen uns die letzten Nächte mehr schlecht als recht um die Ohren. Also musste Martin allein los ziehen um das Nachtleben Sydney´s zu entdecken. Was er da so alles erlebt hat lest ihr aber am besten auf seinem eigenen Blog durch…

 

Während wir uns daran machten unsere Tour durch Australien fortzusetzen, hieß es für Martin seinen Heimflug nach Deutschland anzutreten. Da uns mit Victoria und South Australia noch zwei Bundesstatten des Australischen Festlandes fehlten, machten wir uns erneut mit einem gemieteten Camper-Van weiter Richtung Süden auf… Es versprach spannend zu werden bei unserer vollständigen Entdeckung des 5. Kontienents…

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von TINA und MATZE
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Monday, 28. september 2009 1 28 /09 /Sept. /2009 13:00
 

Ok, auf den Wunsch eines Einzelnen (Wir wollen keine Namen nennen, aber da er als einziger mit uns auf Tour war, scheinen ihn unsere Berichte über diese zu ermüden) wird dies unser letzter Blog-Eintrag zu unserer Tour, um uns danach wieder aktuelleren Ereignissen widmen zu können…

 

Da wir gerade in der Nähe waren, hielten wir einen Zwischenstopp in Alice Springs für angebracht, immerhin ist es die wohl größte Stadt die uns seit gut einer Woche begegnete. Da diese jedoch am ehesten an ein Industrieviertel einer europäischen Großstadt erinnerte fühlten wir uns hier nicht richtig wohl. Hier ist es auch möglich Australien von seiner Schattenseite zu sehen. Da hier (so scheint es zumindest) die meisten Aboriginies unter zum Teil doch erbärmlichen Umständen leben.

 

Spannend war allerdings der Besuch in der  „School of the Air“ (oder einfacher „das größte Klassenzimmer der Welt“). Hier erfuhren wir sehr viel über die Geschichte dieser einmaligen Schulform. Über eine Fläche von  unterrichten die Lehrer (von Alice Springs aus) ihre Schüler über Radio oder heute hauptsächlich Internet. Besonders wird dieses Schulsystem von Familien auf Farmen, in Nationalparks und in Roadhäusern genutzt. Hintergrund ist dabei, die Kinder bis zum 12. Lebensjahr nicht aus schulischen Gründen von ihrer Familie zu trennen…

 

Weiter ging die Reise zu den so genannten „Devils Marbels“. Dabei handelt es sich um riesige, fast perfekt geformte Murmelähnliche Steine, die hier scheinbar Grundlos einfach so rum liegen. Die beiden Martins haben sich jedoch darauf geeinigt, dass es entsprechend des Namens etwas mit dem Teufel zu tun haben muss. Na ja, vielleicht gibt es ja noch eine rationalere Erklärung…  

Da wir recht früh hier ankamen, konnten wir uns auch entsprechend viel Zeit bei der Erkundung der verschiedenen (zum Teil bizarren) Felsformationen nehmen. Als wir dann endlich ein  schönes Fleckchen gefunden hatten, begann auch schon unser nächster spektakulärer Sonnenuntergang. Ein kleiner Tipp am Rande: wer in Australien mal einen romantischen Abend als Pärchen verbringen möchte ist hier genau richtig.


 


Am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Busähnlichen Gefährt weiter nach Daily Waters. Hier (so heißt es zumindest) befindet sich der älteste Pub in Northern Territory. Wenn das nicht viel versprechend klingt… Und da wir unser Nachtlager dieses Mal keine 200 Meter von diesem entfernt aufschlugen, war ein Besuch natürlich Pflicht. Oder besser gesagt dringend Nötig. Denn nachdem unsere Gruppe (auf dem doch eher naturel eingerichteten Caravan Park) eine dringend Nötige Dusche im Beisein von unzähligen handgroßen Kröten, Geckos und wahrscheinlich allen Griechtieren die Australien zu bieten hat genommen hatte, brauchten Einige eine Aufheiterung.

Im Pub angekommen bot sich ein Anblick, den so wahrscheinlich die wenigsten von uns erwartet hätten. Die über und über mit Ausweisen aller Art (unter anderen auch Deutsche Führerscheine und Personalausweise) betackerten Wände wurden eigentlich nur von der Decke übertroffen, von der Unterwäsche in allen Größen, Formen und Zeitaltern (wahrscheinlich wurde diese Sammlung kurz nach der Entdeckung Australiens begonnen) hing. Auf jeden Fall war man gleich in der richtigen Stimmung. Wo kann man schon Partys feiern, an deren nächsten Morgen man ohne Unterwäsche und Ausweise aufwacht? Wir warten auf Kommentare…

Da wir allerdings unter der Woche hier ankamen, schien es hier nicht ganz so voll zu sein wie gewöhnlich. Trotz dessen war die Stimmung gut und nur weiter zu empfehlen. Die einzige Sache die diesen Abend etwas trübte, war die Tatsache dass wir uns ein paar haarsträubende Niederlagen im Billard gegen unheimlich betrunkene Einheimische einfingen.  

 

Nachdem, inzwischen gewohnten, frühen aufstehen ging die Tour Richtung Kathrine Gorge weiter. In diesen von Schluchten durchzogenen Park schlugen wir unsere Zelte zum ersten Mal für zwei ganze Nächte auf. Völlig verwirrt von der ganzen zur Verfügung stehenden Zeit, führte uns unser erster Weg in den Camingplatzeigenen Pool, wo wir uns bei 30 Grad Außentemperatur die verdiente Abkühlung besorgten. Es war geradezu perfekt, dass einzige was noch besser sein konnte war das Wasser das durch die Schluchten der Gorge floss. Als wir dann hörten, dass sich der Park im Wasser von seiner schönsten Seite zeigen sollte, war ein Entschluss schnell gefasst. Da wir nicht auf langweilige Bootsfahrten scharf waren, hielten wir es für angebracht die Strecke per Kanu zu bezwingen.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase stellte sich dies auch als relativ problemlos, zu mindestens beim Team Tina und Matze raus. Auf gut 8 Km langer Fahrt Flussauf und –abwärts gab es dann auch entsprechend viel zu sehen. So passierten wir einige verschiedene Brutplätze von Süßwasserkrokodilen und konnten uns sogar in ein paar kleinere Höhlen treiben lassen. Nach einigen gewollten Abkühlungen am Nachmittag waren wir dann aber doch schon recht knülle und wahren froh unsere Kanus ihren Besitzern zurück zu geben.


 

Nun galt es die letzte Etappe unserer Tour zu befahren – den berühmtesten und zugleich größten Nationalpark Australiens – den Kakadu NP. Warum der so berühmt ist? Nun zum einen ist das hier die wohl weltgrößte Galerie unter freien Himmel. Immerhin an 5.000 Stellen ist es möglich die Felsmalerei der Aborigines zu betrachten. Zum anderen ist hier Australiens bekanntester Beitrag zur Filmgeschichte, „Crocodile Dundee“, entstanden.

Da wir den Film alle schon gesehen hatten, entschieden wir uns, uns vordergründig mit den Malereien zu beschäftigen. Doch zuvor sollten wir noch einen Blick auf Australien Vorzeigeraubtier, das Salzwasserkrokodil, werfen können. Bei einer Bootsfahrt auf dem „Yellow Water River“ sollten sich (so war zumindest die Marketingankündigung) eine Vielzahl dieser Tiere zeigen. Im Nachhinein betrachtet vermuten wir jedoch, dass es sich hier um eine als, Krokodiltour getarnte, Vogeltour handelte. Der Bootsführer schenkte seine Aufmerksamkeit nämlich zu 99 % diesen zwitschernden Tieren. Nur am Rand schien er sich für Krokodile zu interessieren. Die fotografierenden Vogelliebhaber unserer Tour waren natürlich hin und weg. Wir drei waren nur weg (in Gedanken zumindest). Das war wirklich nicht so spannend.

 

Dass die Australier über ein eher sonniges Gemüt verfügen wussten wir inzwischen ja schon. Dachten wir jedoch, dass uns mittlerweile nichts mehr überraschen könnte, sollten wir heute eines besseren belehrt werden. Eigentlich hörte sich der Plan für unseren letzten Outdoor-Abend auch ganz gut an. Wir wollten die „Rock Art Galerie bei Ubirr“ (also die Felsmalerei der einst hier ansässigen Aboriginis) und zum Abschluss einen weiteren Sonnenuntergang besuchen. Als wir dann in Ubirr ankamen, konnte man am Himmel bereits dunkle Wolken und den markanten Geruch von verbranntem Holz wahrnehmen. Da wir aber schon so manches „kontrolliertes“ abbrennen von ausgetrockneten Bushland gesehen hatten, zeigte sich davon keiner mehr beeindruckt. Wir machten uns also auf den Weg zu den verschiedenen Anlaufpunkten im Park, um die wertvollsten Felsmalerien ganz Australiens (so heißt es zumindest) zu betrachten. Auf halben Weg begegnete uns dann einer der Ranger des Parkes. Dieser hielt gerade einen (überraschend) interessanten Vortrag über die jeweiligen Malereien. Während des Vortrages bemerkte Tina ein anschwellendes Geräusch, das von der Gruppe beeindruckend falsch als Wasserplätschern interpretiert wurde. Schließlich nahm der Vortrag sein Ende und der Ranger empfahl uns noch eine weitere Stelle auf dem Gipfel einer Felsplatte zu betrachten. Seine beste Idee des Tages, wie sich gleich zeigen sollte. Kaum hatten wir die besagte Stelle erreicht (und endlich einen guten Blick über den ganzen Park) sahen wir, dass sich der Bushbrand mittlerweile zu einem handfesten Waldbrand entwickelt hatte, der doch recht schnell auf uns zukam. Das das verlassen der Felsspalte inzwischen durch die Ranger verboten war, trug auch nicht zur allgemeinen Beruhigung bei. Nach einer Weile kam der erste „Feuerwehrmann“ (was eigentlich auch nur ein Ranger mit schicker Feuerwehrmann-Weste war) auf den Berg gestiegen und hielt es für angebracht die Menge erst einmal zu beruhigen. Sie hätten bei dem legen der Feuer den Wind unterschätzt und leider ist das Löschwasser auch schon alle. Also ist es das beste auf unserem Berg zu warten bis sich das Feuer von allein wieder beruhigt. Unglaublich!! Aber da es inzwischen sowieso überall um uns herum brannte blieb uns ohnehin keine andere Wahl. Nach einer Weile (ungefähr 1½  Stunden) war das Feuer dann auch wirklich soweit weiter gezogen das wir den Park durch einen alternativen Ausgang wieder verlassen konnten. Auf unserem Weg kamen wir an einigen Grünflächen vorbei, die wir auch auf unserem Hinweg passiert hatten. Leider war von denen zum Großteil so gut wie nichts übrig geblieben.









Ein wirklich spektakulärer Abschluss einer beeindruckenden Tour, der so jedoch nicht geplant war…


 

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von TINA und MATZE
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Friday, 18. september 2009 5 18 /09 /Sept. /2009 03:59

Pernululu National Park

 

Wer schon immer mal überdimensionale Bienenkörbe in allen Größen und Farben sehen möchte, der ist in diesem NP genau richtig. Und da wir (genau wie jeder andere Mensch) eine große Schwäche für Bienekörbe haben, konnten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Der im Verhältnis erst kürzlich eingerichtete NP sollte der mit Abstand am schwersten zugängliche unsere Safari werden. Für die 56 Km lange Anfahrt brauchten wir ungefähr 2½ Stunden (inklusive vier Flussdurchquerungen). In der Regenzeit von Oktober bis März ist der Park für Tourismus (wegen Unzugänglichkeit) sogar ganz geschlossen. Eine Festlegung die wir nach dieser Fahrt nur unterstützen können. Der Weg sollte sich aber lohnen. Denn mal wieder wartete ein einmaliger Ausblick auf uns.

Der Grund für das errichten eines 3.200 km² großen Nationalparks ist leicht gefunden. Hier dreht sich alles um die als „Bungle Bungle“ bezeichneten Felsdome. Diese, von der Form her, an riesige Bienenbehausungen erinnernden Felsdome sind von Flechten durchzogen, die ihnen (nach Matzes Aussage) ein höchst eigentümliches Aussehen verleihen. Während mehrer kurzer Wanderungen besuchten wir die verschiedenen (zum Teil gut versteckten) Höhepunkte zwischen diesen Bergkuppen.

3 Tourmitglieder nutzen die Gelegenheit für einen fakultativen Heliflug. Dem ärmeren Pöbel, wie uns, war dieses Erlebnis leider nicht vergönnt. Aber Martin J. nutzte die Gelegenheit und ließ sich von unserer toureigenen Physiotherapeutin mal wieder seinen (von der Tour arg gebeutelten) Rücken massieren. Nachdem alle wieder sicher gelandet bzw. eingeränkt waren, konnte die Fahrt weiter gehen…

Am Abend wartete das nächste Buschcamp auf uns. Was dies bedeutete, wussten wir ja jetzt schon. Die angenehmen Temperaturen ließen dieses Mal jedoch eine Outdoor-Dusche zu. So konnten wir den Abend frisch geduscht und wohl genährt bei einem kleinen „Busch“-feuer genießen.

 

 

Tanami Wüste

 

Rote Erde, Rote Erde und nichts als rote Erde gab es auf der 1.000 Km langen Strecke ins landesinnere zusehen. Da diese Straße (Wenn man es denn so nennen möchte. Auf jedem deutschen Feldweg fährt es sich besser) die kürzeste Verbindung zwischen Halls Creek und Alice Springs ist, fanden wir uns am 15. Tag unserer Tour auf dieser wieder.

Dementsprechend ereignislos zog der Tag an uns vorbei. Die einzige Ausnahme (schließen wir mal die drei anderen Autos, die uns den ganzen Tag entgegen kamen aus) war ein kurzer Abstecher zum „Wolfe Creek Meteorit Crater“. Dieser schlug nämlich vor annährend 300.000 tausend Jahren hier ein und hinterließ mit einem Durchmesser von immerhin 850 m den zweitgrößten Meteoritengrater der Welt.

Am frühen Abend erreichten wir (reichlich durchgeschüttelt) schließlich den Ort, an dem wir unser Nachtlager aufschlagen wollten. Das „Rabbit Flat Roadhouse“, oder wie sein Beinnahme es so treffend beschreibt: „Das einsamste Roadhouse der Welt“. Da es genau in der Tanami Wüste liegt (also 500 Km in beide Straßenrichtungen von jeder Zivilisation entfernt), wird das wohl auch so stimmen. Einsam scheint auch das leben hier zu sein. Als die beiden Besitzer (französische Aussiedler) nämlich ihre Zwillinge zur Welt brachten, hat sich die Zahl der Bevölkerung in diesem kleinen Örtchen verdoppelt. Der Arzt kam auf Grund der weiten Anfahrt übrigens auch zu Spät zur Entbindung. Aber das ist eine andere Geschichte…

Wer jetzt Aufmerksam mitgelesen hat, wird sicherlich bemerkt haben, dass wir immer noch mindestens 500 Km vor uns hatten. Diese wären sicherlich genauso Ereignislos vorbei gegangen wie die ersten. Wäre da nicht unser neuer Mitfahrer gewesen. Irgendwann am Vormittag tauchte am Straßenrand eine Gruppe von Aborigines auf, die mit ihrem Wagen (der bestimmt nicht Off-Road tauglich war!) liegen geblieben waren.

Nach kurzer Absprache einigte man sich darauf, das einer von Ihnen von uns bis zum nächst möglichen Roadhouse (dachten wir zumindest) mitgenommen wird. Neben einem eisernen Willen möglichst kein Wort mit uns zu sprechen brachte dieser dunkle Mann einen höchst eigentümlichen Geruch mit sich, mit dem sich besonders die hinteren Sitzreihen (also wir) rumschlagen durften. Nach einigen Stunden entschied er sich genauso plötzlich wie er am Straßenrand aufgetaucht war, uns wieder zu verlassen. Durch ein lässiges Handzeichen gab er unserem Fahrer zu verstehen, dass er jetzt gerne hier aussteigen würde. Mit „hier“ meinen wir damit eine einsame Weggabelung mitten in dieser staubigen Wüste. Obwohl nichts auf eine Zivilisation in den nächsten 100 Km hindeutete, machte sich unser kurzzeitiger Begleiter mit einer Wasserflasche (die er dann doch annehmen wollte) auf den Weg. Leider konnten wir nicht in Erfahrung bringen, wie sein Rettungsplan für seine gestrandeten Kameraden ausgesehen hat…

Wir fuhren auf alle Fälle weiter unseres Weges. Und gerade als der Moment, in dem wir uns fragten, ob diese Schotterpiste nicht irgendwann mal enden müsste, viele Stunden hinter uns lag, hatten wir wieder festen Asphalt unter den Reifen. Jetzt hieß es die Zelte auf einem an Zivilisation erinnernden Camping Park aufbauen und anschließend den Abend ausklingen lassen. Zu unserem Glück spielte gerade an diesen Abend eine One-Man-Band in dem lokalen Pub. Mit ein paar Bier und Live-Musik ließ es sich dann auch gleich viel leichter ausklingen lassen…

 


Kings Canyon

 

Das nächste Etappenziel hieß Kings Canyon. Spektakuläre Schluchten und unzählige atemberaubende Ausblick sollten sich uns auf dieser Höhenwanderung zeigen. Die Wanderung am Canyon – Rand entlang gehört zu den größten, aber auch anstrengensten Naturerlebnissen im Northern Territory – nach 3 Stunden, 200 Metern ständigen Höhenunterschieds und ca. 7 km können wir dem nur beipflichten. Zunächst ging es eine (wie sollte es auch anders sein) ungesicherte, unheimlich steile Treppe hinauf. Oben angekommen steht man direkt auf einem flachen Hohenplataeu und folgt einem durch kleine Blechschildchen gekennzeichneten Wanderweg. Kleine Blechschildchen, die Australier stehen auf kleine Blechschildchen (und so bringen sie Hunderte an ihren Wanderrouten an). Was sie nicht so Mögen ist Sicherheit! Während dieser Wanderung konnte man nach belieben von Weg abgehen und so nah wie man möchte an die, zum Teil 200 Meter abfallenden, Klippen herangehen. Wenn man sich also von dem Beispiel, der hier zu Tode gestürzten Menschen nicht aus der Ruhe bringen lässt, kann man seine Adrenalinpegel nach belieben in die Höhe treiben. Keine Frage das Martin und Matze sich dies nicht nehmen lassen wollten.

Ziemlich genau in der Mitte des Canyons gelangten wir zu den so genannten „Garden Eden“. Hier sollte dank eines kleinen Flusses ein wahres Paradies für Pflanzenliebhaber entstanden sein. Leider scheint sich die in Australien weit verbreitete Trockenheit auch in diesem Tal durchgesetzt zu haben. So erinnerte der Anblick lediglich an eine Pflanze, die länger als eine Woche unserer Obhut überlassen wurde.

Trotz dessen zählt der „Kings Canyon Walk“ zu einen der großen Erlebnisse unserer Tour, dass eigentlich nur von einem übertroffen werden konnte…   


   

 

Uluru & Kata Tjuta National Park.

 

Endlich sind wir am Höhepunkt unserer Tour angekommen – dem Ayers Rock (aus Respekt der hier ansässigen Aborigines jetzt auch wieder häufiger Uluru genannt). Um uns ein optimales Bild (oder eine Ahnung von den Ausmaßen), vom wohl wichtigsten Heiligtum der Aborigines machen zu können, wanderten wir ca. 10 Km um den riesigen Fels. Leider konnten wir von diesem Marsch nur Recht wenige Bilder mitbringen. Zwar ist das besteigen des Berges erlaubt (wenn auch nicht gern gesehen), dass fotografieren jedoch ist an den meisten Stellen strikt verboten. Da dies die wichtigsten Stellen für Zeremonien der Aborigines waren. Als wir recht erschöpft, wieder am Bus ankamen überrascht uns unser Tourleiter mit der Fahrt zum Sunset-View Point. Wo wir dann, bei Sekt und anderen Kleinigkeiten, gemütlich den einmaligen und weltberühmten Sonnenuntergang genießen konnten. Wenn die Sonne den roten Giganten dann langsam in seiner rostroten Farbe erglühen lässt, bekommt man eine ungefähre Vorstellung davon, welche Rolle dieser Monolite in der Mythologie der Aborigines spielt. Was übrigens wirklich interessant ist, aber leider wieder zu viel Platz wegnehmen würde…

Am nächsten Morgen hieß es noch mal früh aufstehen, um dass Frühstück und den Sonnenaufgang direkt am Ayers Rock einzunehmen. Mit uns hatten natürlich auch wieder 1000 andere Touristen diese Idee, was die Stimmung schon etwas drüben kann.

Weiter ging die Fahrt zu den Olgas, einem weiteren Heiligtum der Aborigines. Fanden am „Uluru“ jedoch auch weibliche Rituale statt, war dieser Ort den männlichen Ureinwohnern Australiens vorbehalten. Die 36, ebenfalls rostrot leuchtenden Kuppeln ragen 30 Km westlich vom „Ayers Rock“ aus der wüstenhaften Ebene heraus. Dort wanderten wir erneut ca. 8 KM im „Valley of the Winds“ (mmmhhhh, so windig war es gar nicht), bevor wir auch diesen Park hinter uns ließen…

Erwähnenswert fanden wir übrigens, dass ca. 20 Km von der Parkgrenze eine richtige kleine Touristenstadt entstanden ist. Von einem Flughafen über Polizei, Feuerwehr, Notarzt bis hin zu Luxusunterkünften und campingmöglichen ist alles quasi aus dem nichts entstanden. Wenn man bedenkt das bis vor ein paar Jahrzehnten, der „Uluru“ nur über Kamele zu erreichen war, wirklich beeindruckend…

 

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von TINA und MATZE
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Sunday, 30. august 2009 7 30 /08 /Aug. /2009 10:01

Und weiter geht´s!

 

Endlich mal wieder Internet! Das ist in Western Australia schwieriger zu finden als Gold. Denn, der Geschichtsschreibung zufolge schien es das hier erstaunlich oft zu geben. Gerade deswegen ist es treffend, dass wir diesen Block in einer stillgelegten Goldmiene schreiben. Die tatsächlich das erste verfügbare Netz seit gut einer Woche zur Verfügung stellt. Ein wirklich verrücktes Land…

 

Aber erstmal eins nach dem anderen. Da wir in der Lage sind diesen Eintrag zu schreiben, können die meisten von euch sich sicherlich denken, dass wir unserer verzwickten Lage im Outback schließlich entkommen sind. Einige Minuten nach Sonnenuntergang erschien dann doch unser Taxi und fuhr uns zurück in die nächstgelegene Ortschaft.

Übrigens, wenn ihr mal nach Australien kommt, mietet euch ein Auto und meidet öffentliche Verkehrsmittel. Trotz der Beteuerungen des Taxi-Fahrers er fahre etwas langsamer um mögliche Kollisionen mit einem Känguru zu vermeiden, fuhr er doch mit beachtlichen 120 KmH (erlaubt waren 100) und mit einer beeindruckenden Ignoranz der ständig am Straßenrand auftauchenden Tiere seines Weg… Das einzige was noch einprägsamer als diese Fahrt war, waren unsere bisherigen Ausflüge mit einem innerstädtischen Linienbus. In Australien ist es üblich am Ende der Strecke dem Fahrer für die „gute Fahrt“ zu danken. Wir glauben, man bedankt sich nur dafür, dass man den Bus lebend wieder verlässt.

Aber wir schweifen vom Thema ab. Nach 1½ Stunden erreichten wir schließlich unser Nachtlager und richteten uns ein. Am nächsten Morgen sollte sich herausstellen, dass das benötigte Ersatzteil zuerst aus Perth eingeflogen (!!) werden müsste und wir unseren Weg erst am darauf folgenden Tag fortsetzen könnten. Deswegen wurden aus dem Nichts zwei Mietwagen organisiert um uns so zu unserem Tagesziel, dem Ningalo Reef, zu befördern. Da wir beide (also Tina u. Matze) als einzige unserer Gruppe über Fahrpraxis im Linksverkehr verfügten, meldeten wir uns quasi freiwillig als Fahrer des zweiten Fahrzeugs…

 

Ningalo Reef

 

Nicht ganz so bekannt wie das berühmte Great Barrier Reef an der Ostküste, bietet dieses Aquarium unter freiem Himmel einen entscheidenden Vorteil. Man kann einfach vom Strand aus los Schnorcheln und das Reef beginnt keine 10 Meter später. Man erspart sich also die lange Bootsfahrt (die ja besonders Tina zugesetzt hat) und kann gleich die Unterwasserwelt genießen. Unter Touristen und Einheimischen gibt es sogar eine kleine Diskussion welches von beiden denn nun schöner ist. Wir sollten das Glück haben, beide vergleichen zu können.

Gegen Mittag erreichten wir schließlich unser Ziel und wollten es uns auch nicht nehmen lassen gleich mit der Unterwassererkundung zu beginnen. Also: Flossen an, Taucherbrille drüber, den Schnorchel angedockt und auf geht’s…

 

Unser Fazit: nun ja, leider gibt es keins. Es ist eigentlich unmöglich zu sagen welches von beiden besser ist. Da das Great Barrier Reef jedoch abgelegener ist, bietet sich dort ein beeinduckenderes Farbenspiel der Korallen, die unter dem Massentourismus am N.-Reef doch etwas gelitten zu haben scheinen. Andererseits ist es genauso beeindruckend einfach nur Knietief im Wasser zu stehen und unter einem ziehen unter andern Schildkröten und fußlange bunte Fische entlang (was soweit wir wissen, nur am N.-Reef möglich ist).

Während den meisten von uns ein weiter Tag am Reef vergönnt war. Machten sich Bruno und Matze in der Frühe auf, die Mietwagen zurück zubringen und unseren Toyota in einen Stück abzuholen. Am Nachmittag hieß es dann auch für den Rest von uns die Reise fortzusetzen. Zumindest hat Martin (J.) in der Zwischenzeit noch eine Eroberung gemacht, von der er eventuell in seinem Blog berichtet…

 

Ein Roadhaus im Nirgendwo

 













Jetzt hieß es Zeit und Kilometer gut machen. Also fuhren wir bis zur Dämmerung (danach hat die Straße, warum auch immer, eine unglaubliche Anziehungskraft auf hüpfende Beuteltiere) bis zu einem Roadhaus, mitten im Nirgendwo. Und dass hatte wirklich dieses Flair, welches man hier irgendwie erwartet. Die „Road-Trains“ standen stundenlang an den Zapfsäulen, während Ihre massigen Fahrer (mit Bart, Cappi und Holzfällerhemd) sich in einer Art Aufenthaltsraum mit Tresen und Fernseher die Zeit vertrieben. Ein wirklich einmaliger Anblick.

 

Karijini National Park

 

Die haben aber auch alle Namen. Mittlerweile hat Matze aufgehört zu versuchen die Namen unsere Zwischenstops auszusprechen.

Wir verlassen unseren Weg die Küste entlang für einen Abstecher zum besagtem National Park. Wie in jedem anderem Nationalpark in Australien bietet sich dem Besucher hier Natur pur. Und was könnte man in der Natur besser machen als wandern. Also machten wir uns auf, auch diese Gegend zu erkunden. Unser Weg führte uns tief in eine Schlucht, an deren Ende ein Pool auf uns wartete, in dem sogar das schwimmen möglich sein sollte. Neben der fast schon „gewohnten“ Flut an Eindrücken verlangte dieser Marsch uns allerdings auch einiges ab. Zuerst durchquerten wir einen Brusthohen Fluss (Hier verloren wir die Hälfte unserer Gruppe. Teils weil sie sich nicht trauten, teils weil sie einfach komplett ins Wasser fielen), dann folgte eine Strecke durch eine extrem schmale und glatte Felsspalte und schließlich ein Abstieg an einem Seil zu einem in der Schlucht verborgenen See.

Das muss man sich mal vorstellen! Da hängt halt einfach ein Seil an irgendeinen steilen Abhang (oder besser gesagt einer Wand) und jeder der sich fit genug fühlt konnte da runter klettern. Wie er dann wieder hoch kommt war allerdings auch sein Problem. Das ist irgendwie schwer zu erklären. Wir können uns nur vorstellen das dass in Deutschland absolut undenkbar wäre. An den letzten Abstieg wagten sich dementsprechend auch nur die beiden Martins. Unten angekommen war es dann nur noch Matze der sich im Eiskalten Wasser eine Abkühlung verschaffen konnte.

Eine Tatsache um den ihn die Gruppe spätestens am Abend beneidete. Denn die heutige Nacht, war unsere erste in einem Bushcamp. Boten die bisherigen Camps den gewohnten Luxus, mussten wir uns hier das erste Mal in Enthaltsamkeit üben. Was bedeutet: kein fließendes Wasser und kein Strom. Lediglich ein Klo stand dem Camp zur Verfügung, und dies sah dann auch dementsprechend aus. Aber auch das gehört zu Australien (oder besser dem Outback) dazu, wie unser Tourleiter zu berichten wusste (Zitat: „Seit froh das ihr überhaupt ein Klo habt“).

 

Ein neuer Tag, eine neue Schlucht und ein neuer Pool zum schwimmen im selben Nationalpark standen am nächsten Tag auf dem Programm. Man kommt aber nicht daran vorbei zu bemerken, dass hier alles irgendwie noch schöner ist. Eine gut durchdachte Tour eben. Auf unseren Weg bestaunten wir diesmal Wasserfälle (Fortescue Falls), einen Fluss mit fast schon zu blauem Wasser und eine Menge Vögel (Die restliche Reisegruppe steht irgendwie auf Vögel. Und so verbringen wir täglich eine Menge Zeit damit Ihnen beim fotografieren eben dieser zuzuschauen). Am Circular Pool angekommen, entpuppte sich dieser als riesige Dusche für geplagte Wanderer. Genau genommen handelte es sich um einen Fluss (mit natürlich aufgewärmten Wasser) der schwach eine Felswand in ein riesiges natürliches Becken plätschert. Die meisten unserer Gruppe nutzten diese Gelegenheit um sich ein wenig frisch zu machen. Nur Matze, der in jedem sich bietenden Pool springen muss konnte sich auch hier nicht zurück halten…

 

 

Windjana Gorge National Park

 

Weiter geht es zum nächsten Nationalpark. Auf unserem Weg dorthin statteten wir dem berühmten (so scheint es zumindest) 80 Mile Beach (der eigentlich ca. 150 Milen lang ist) einen Besuch ab und verbrachten einen halben Tag in der ehemaligen Perlentaucherhauptstadt Australiens „Broome“. Außerdem bestaunten wir den „Boab Prison Tree“, einen riesigen ausgehöhlten Bottle-Tree, der zu seiner Zeit als Gefängnis diente.

Da es langsam schwer wird uns mit natürlichen Vorkommnissen zu beeindrucken war es Zeit uns näher mit der Tierwelt Australiens zu beschäftigen. Und damit meinen wir nicht Vorzeigetiere wie eukalyptusverschlingende Pelzkugeln, sondern vielmehr die von der gemeinen Sorte: nämlich Krokodile. Ein besonders guter Platz um diese zu sehen ist der Windjana Gorge NP. Nach einem kurzen aber anstrengenden Marsch sahen wir dann auch die ersten potenziellen Handtaschen. OK, ok, eigentlich handelt es sich hier „nur“ um Süßwasserkrokodile (oder einfach „Freshies“). Diese stehen in Sachen Aggressivität und Größe hinter ihren Kollegen, den Salzwasserkrokodilen (oder um sie etwas niedlicher zu machen „Salties“), zurück. Aber trotzdem Krokodil ist Krokodil! Nach der Bestätigung durch unseren Tourleiter, dass sie Menschen nur in Extremsituationen angreifen wagten wir uns dann für ein kurzes „Shooting“ an ein paar Exemplare ran (das Bild ist übrigens ohne Zoom aufgenommen). Danach hieß es schnell zurück zum Parkplatz. Die Hitze (heute war unser bislang heißester Wintertag mit gefühlten 40°C in der Sonne), begann uns langsam arg zuzusetzen und unser Fahrzeug versprach abkühlung…

 

Den nächsten Tag widmeten wir dem ganz in der Nähe gelegenen „Tunnel Creek“. Wer dieses Abenteuer auf sich nehmen möchte braucht vor allem eins, eine Menge Licht in Form von Taschenlampen. Dieser 750 m lange Tunnel (der sich in Jahrmillionen durch das Tropfen auf Sandstein gebildet hatte) liegt nämlich in kompletter Dunkelheit. Wir machten uns also auf dieser Tatsache im schwachen Licht der Taschenlampe zu trotzen. Immer darauf bedacht den Nächsten Schritt möglichst vorsichtig zu setzten. Immerhin könnten laut Tourguide „Freshies“ in dem Wasser (ja, der Tunnel steht auch noch etwas mehr als Knietief unter Wasser) liegen. Da wir unserem Leiter ständig gut zu hören, erinnerten wir uns natürlich an seine Warnung vom Vortag. Und mit unserem Körpergewicht auf den Rücken eines solchen Tieres zu treten, könnte in der Tat eine Extremsituation für dieses darstellen.

Am Ende kamen wir aber alle vollzählig (und wichtiger mit allen Gliedmaßen) auf der anderen Seite des Tunnels heraus und waren mal wieder um eine Erfahrung reicher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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von TINA und MATZE
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Wednesday, 12. august 2009 3 12 /08 /Aug. /2009 13:25

...zu erst einmal möchten wir betonen, dass dieser Blog im Auto und mit einer schlechten Internetverbindung entstanden ist, deshalb hat er wahrscheinlich nicht die "gewohnte super Qualität", von der Rechtschreibung reden wir garnicht erst...

 

 

Perth – Die einsamste Metropole der Welt

 

Das kann man auch gut und gerne so sagen, denn keine Großstadt liegt weltweit weiter von einer anderen Großstadt entfernt. Wer jetzt jedoch denkt, dass es sich hier um das reinste Hinterland handelt, der irrt sich. Ganz im Gegenteil, Perth ist die wahrscheinlich beeindruckenste Stadt Australiens (zugegeben, wir haben noch nicht alle gesehen).

Nach unseren fünfstündigen Flug und einer zweistündigen Zeitverschiebung (und das innerhalb ein und desselben Landes) erreichten wir ein Tag vor allen anderen Teilnehmern  den Ausgangspunkt unserer Safari. Zu unserem Glück konnten wir diese Zeit nutzen um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Neben wirklich wunderschönen Grünanlagen, einer einmaligen Skyline am Swan-River und zahlreichen Sehenswürdigkeiten fand man hier alles was man sich von einer australischen Metropole verspricht. Zusammen mit der einmaligen Lebensweise der „Ausis“ und der Isolation (die einen besonderen Reiz ausmacht) -  einfach einmalig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend lernten wir dann unsere Reisegruppe für die nächsten annährend vier Wochen kennen. Eine Hessin, drei Münchner und natürlich Martin, der nach seiner Weltumrundung noch aufgedrehter war als sonst immer. Angeführt werden wir von einem schweizerischen Wahlaustralier, den wir ja schon in Cairns kennen gelernt hatten.

Am nächsten Morgen wurde unser ausgiebiger Stadtrundgang vom Vortag, durch eine Fahrt auf dem Swan-River zum Stadtteil Freemantle gekrönt. Unseren letzten Abend in Perth verbrachten wir im berühmten Kings Park und beobachteten wie die Sonne langsam hinter der Skyline verschwand.

 

Auf geht’s!!

 

Pünktlich um 08:00 Uhr starteten wir mit unserem Camper-Bus und dem großen Überlebens-Anhänger zu unserem ersten Tageziel:  den Nambung National Park. Unterwegs legten wir einen kleinen Zwischenstopp am Yanchep National Park ein, um unseren „Australien -  Frischlingen“ einen ersten Blick  auf die einheimischen Baumbewohner, den Koalas, zu ermöglichen.

Einigen Stunden und diverse Kilometer später erreichten wir unseren ersten Camping – Platz, unweit den berühmten „Pinnacels“. Nach der ersten Einweisung in den Zeltaufbau und den richtigen Umgang mit unseren Luftmatratzen (scheint ja alles machbar zu sein) fuhren wir pünktlich zum Sonnenuntergang zu den verrückten Steinformationen. Die „Pinnacels“ muss man sich so vorstellen: man läuft durch eine Sandwüste und hat das Gefühl in einem Sandkasten für Riesen gelandet zu sein. Diese bis zu fünf Meter hohen Sandformationen (Es handelt sich um versteinerte Baumwurzeln die über die Jahrhunderte entstanden sind. Eigentlich ne interessante Geschichte, aber viel zu lang…), die es in allen Formen gibt, scheinen bis zum Horizont zu reichen und lassen einen schon darüber nachdenken was die Natur so hervorbringt. Auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis! Und wie sich zeigen sollte nicht das einzige unsere Tour…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kalbarri National Park

 

Nach unserer ersten Nacht im Zelt (na ja, so schlimm war´s ja gar nicht, mit 4°C nur etwas kalt) und einen schnellen aber guten Frühstück ging es wieder los. Unser heutiges Ziel sollte der Kalbarri National Park sein. Sagt einem jetzt nicht viel, aber ein Besuch lohnt sich! Ungefähr zur Mittagszeit erreichten wir unser Ziel. Unser Tourleiter setzte uns an einer Klippe ab und meinte er wartet dann irgendwo weiter hinten der Küste entlang auf uns. Weiter hinten waren Acht Kilometer und unzählige fantastische Ausblicke auf die vom Ozean ausgespülten Klippen. So macht wandern Spaß! Einige unsere Gruppe meinten sogar ein paar Wale vorbei ziehen zu sehen. Das einzige Lebewesen was unseren Weg kreuzte war eine winzige Eidechse, die uns mehr als langweilig fand und sich nicht aus der Ruhe bringen lies…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immer Richtung Norden

 

Wir arbeiten uns weiter die Westküste Australiens entlang. Aber bevor wir den Kalbarri National Park verlassen, machen wir noch einen Abstecher zum Murchison River, der im Laufe der Zeit eine riesige Schlucht in den Sandstein gegraben hat. Dieser Punkt vom Park ist fast noch beeindruckender als der vom Vortag und bietet mit seinem „Window in the Sky“ auf jeden Fall den bisherigen photografischen Höhepunkt unserer Tour.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Australien ist groß, sehr groß sogar. Deutschland passt immerhin ca. 20mal in diesen Kontinenten hinein. Okay, wirklich was Neues ist das nicht, aber wirklich bewusst wird einem das erst wenn man stundenlang mit dem Auto unterwegs ist und die Landschaft die vorbei zieht will sich einfach nicht ändern. Höhepunkte sind dann immer noch vorbei hoppelnde Kängurus, milde interessiert schauende Emus oder ab und zu mal ne Kuh, die hier scheinbar frei rumlaufen.

 

Nächster Zwischenstopp waren dann die so genannten „Stromatolithen“. Klingt komisch, die heißen aber so!! Vorsicht, jetzt wird es wissenschaftlich: Diese lebenden Steine, ja Steine, zählen zu den ältesten Lebewesen der Erde und sind im wesentlichem an der Entstehung von Leben auf der Erde beteiligt. Da sie irgendeinen Vorgang in Gang setzen an dessen Ende Sauerstoff heraus kommt. Na gut, so wissenschaftlich war es doch nicht.

Ein paar Schritte weiter statteten wir noch kurz dem Shelly Beach einen Besuch ab. Auf den ersten Blick ein Strand wie jeder andere. Jedoch gibt es hier keinen Sand, wie der Name vermuten lässt, sondern Muscheln wie der Name vermuten lässt. Und zwar nur Muscheln! Muss man auch mal gesehen haben.

 

 

Am späten Abend erreichten wir dann unseren nächsten Camping Platz in Monkey Mia. Hier, so wurde uns versprochen, könnten wir am nächsten Morgen viele Delphine sehen. Aber ein kurzer Blick am Abend konnte ja nicht schaden. Und tatsächlich, nach einer Wanderung am Strand erspähte Martin eine Gruppe dieser Tiere. So verbrachten wir einen weiteren Sonnenuntergang am Strand, diesmal jedoch in netter Gesellschaft…

 

Monkey Mia

 

Wer jetzt anhand des Namens denkt das hier lauter Affen ihr Dasein fristen irrt sich, hier gibt es Delphine und – nun ja -, eigentlich nur Delphine. Irgendwann, vor sehr langer Zeit, ist den ansässigen Fischern aufgefallen das sich ein bestimmter Delphin immer in Küstennähe aufhielt, da er wusste das für ihn was abfällt. Da er ja süß ist und so… Irgendwann sind es dann immer mehr Delphine geworden. Ein schlauer Geschäftsmann (vermutlich ein BWL´er) hat dann geahnt das sich mit den Meeressäugern vermutlich einiges an Geld verdienen lässt. So entstand quasi aus dem Nichts „Monkey Mia“ (ganz ohne Affen) an einem Strand irgendwo an der Westküste Australiens.

 

An unseren Tagesablauf hat sich die Gruppe inzwischen ganz gut gewöhnt. Für das Zeltab und –aufbauen bekommen wir mittlerweile ein Tourleiterbienchen und das schlafen unter freien Himmel hat sogar seine Reize. Man kann stundenlang in den wirklich tollen Sternenhimmel schauen und Sternschnuppen zählen, ohne dass einen langweilig wird. Dennoch ging heute alles ein wenig schneller von der Hand als gewöhnlich. Wollte doch jeder in der ersten Reihe stehen, da von den Rangern einige Besucher für das Füttern ausgewählt wurden. Dumm nur, dass geschätzte 200 Camper die gleiche Idee hatten. So konnten wir den Vortrag und die Fütterung aus sicherer Entfernung vom Strand aus genießen. Aber immerhin, wenigstens haben wir jetzt mal wilde zahme Delphine gesehen.

 

Irgendjemand hat uns mal erzählt, dass in Australien nichts so läuft wie es geplant war. Heute sollten wir erfahren was er damit gemeint hatte. Am späten Nachmittag fielen uns nach und nach immer merkwürdiger klingende Geräusche an unseren Wagen auf. Da wir uns mitten zwischen zwei Städten befanden (eine Stunde in die Eine und zwei in die andere Richtung), versuchte jeder so gut es ging diese zu ignorieren. Aber irgendwann ging nichts mehr, und wir hatten unseren ersten „Break-Down“ im Hinterland. Alle aussteigen und erstmal sehen was denn kaputt gegangen ist. Da wir gerade keinen Kfz-Mechaniker zur Hand hatten standen wir natürlich vor einem Mysterium!

Ein anderer Einheimischer, hat uns aber auch mal erzählt dass die Australier sehr hilfsbereit sind und es in diesem Land immer irgendwie weiter geht. Gesagt, getan. Genau in dem Moment wo wir da alle in der brütenden Hitze vor unserem Fahrzeug standen, fährt ein Auto-Mechaniker an uns vorbei, dreht in 50 Metern Entfernung und klettert fröhlich aus seinem Allrader um uns seine Hilfe anzubieten. Nach einigen Minuten war das Problem gefunden. Diagnose: defektes Kugellager. Nun fing unser Tourleiter in bester Crocodil Dundee Manier an alles weitere zu planen. Er organisierte einen Abschleppdienst, erkundigte sich nach einem Ersatzteil und organisierte einen „Pick-Up“ für uns. Der Abschlepper war auch ziemlich schnell da, nur leider lies das Taxi auf sich warten, während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand und wir im Dunkeln auf einem Freeway mitten im Nirgendwo standen…

 

 

Werden wir den Gefährlichen Weiten des Australischen Outbacks jemals entkommen?

 

Kann unser Tourleiter ein Ersatzteil besorgen und wir unsere Tour fortsetzen?

 

Und warum trinken die Martin´s eigentlich so viel Bier?

 

Dies, und noch viel mehr im nächsten Blog-Eintrag.

 

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